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Besitzansprüche
Die Klinik wird zum Modell des
idealisierten Elternhauses der Kindheit, eine Kreuzfahrt auf dem
"Traumschiff Lollipop". Man gibt sich alle erdenkliche Mühe, dem
Patienten zu helfen, sich "wie zuhause" zu fühlen: Nicht nur wird der
Mindestbedarf an Nahrung, Kleidung und Obdach bereitgestellt, er werden wie im
warmen Nest der Kindheit auch die seelischen Bedürfnisse befriedigt. Der
Patient wird vor Verletzung und Schmerz bewahrt, von jeder größeren
Verantwortung und Anforderung befreit, und er verfügt über ein vielfältiges
Angebot an Unterhaltung und Erholung. Sein Heim gewährt ihm eine
"gebrauchsfertige" Gruppe von Weggefährten, die ihm aufgrund
ähnlicher Erfahrungen Verständnis und ein Gefühl der Zugehörigkeit
vermitteln. Das Krankenhaus repräsentiert damit eine
emotionelle Goldmine, wo die Patienten die Parzelle abstecken, auf die sie
Anspruch erheben. Sie scheinen sich intuitiv an das geflügelte Wort zu halten,
wonach "Besitz neun Zehntel des Rechts" ausmacht. Wenn gewisse
"Rechtsbrecher" in Gestalt der Therapeuten sie zu enteignen drohen,
insbesondere nach jahrelanger Heimtreue, so werden chronische Patienten mit
animalischer Wildheit kämpfen, um ihr Territorium zu verteidigen. Diese
generelle Haltung verdeutlicht am besten die Bemerkung eines Patienten: Weiter geht's unter "Alles oder Nichts"
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